Biographiearbeit


„Wer seine
Wurzeln nicht kennt,
kennt keinen Halt.“

Stefan Zweig 



Ein Stück, dem eigenen
Lebensskript auf der Spur

Biographiearbeit I Märchenarbeit I Therapeutisches Schreiben

Ein Baum ohne tiefe und feste Wurzeln ist möglicherweise den Gezeiten seiner Lebensstürme ungeschützt ausgesetzt. Er hat nicht die Stabilität, damit seine Krone gut dem Himmel empor wachsen kann. 


  • Welche Geschichten stehen zwischen mir und meiner Ahnen?
  • Was muss gesehen und gewürdigt werden?
  • Woran muss ich mich (wieder) erinnern, damit ich es einordnen und damit "vergessen" kann?

Dazu eine kleine Geschichte aus der Praxis

Aylin kam zu mir, weil sie seit Jahren unter wiederkehrenden Albträumen litt. Immer wieder ähnliche Bilder, ein Gefühl von Bedrohung und Ausgeliefertsein – meist kurz vor dem Erwachen. In ihrem Alltag war sie stark und funktional, doch die Nächte erzählten eine andere Geschichte.

In unserer gemeinsamen Arbeit gaben wir den Träumen zunächst Raum – ohne sie deuten oder verändern zu wollen, sondern um mit ihnen in Kontakt zu kommen. Mithilfe der Schreibtherapie begann Aylin, die inneren Bilder in Worte zu fassen. Das Schreiben schuf Abstand, Ordnung und neue Perspektiven.

Ergänzend arbeiteten wir mit Märchenarbeit. Besonders berührte sie das Märchen Vasilisa die Wunderschöne – die Geschichte einer jungen Frau, die sich allein durch einen dunklen Wald bewegt, geführt von einer leisen inneren Stimme. In dieser Erzählung erkannte Aylin eigene innere Kräfte wieder, die ihr zuvor nicht bewusst gewesen waren.

Nach und nach veränderten sich die Träume. Sie wurden ruhiger, klarer – und verloren ihren bedrohlichen Charakter. Aylin sagte einmal:
 „Ich habe das Gefühl, meine Seele weiß jetzt, dass sie gehört wird.“

Die Albträume wurden zu einem Ausdruck innerer Bewegung und Entwicklung

Die Biografiearbeit

kann Wege aufzeigen, sich mit der eigenen Geschichte und der Familiengeschichte auseinander zu setzen. Durch die Wechselwirkungen mit den aktuellen Lebens-Skripten kann sie neue Wege aufzeigen und eine Beruhigung in das eigene Lebenssystem bringen.


Jeder Mensch trägt Geschichten in sich – wir weben Erinnerungen aus dem Gestern und Träume vom Morgen. Diese Geschichten formen das Mosaik unserer Identität. Sie offenbaren, wie wir zu dem geworden sind, was wir heute sind, und sie zeigen anderen, wer wir sein möchten. Doch in ihnen liegt auch das Unausgesprochene – das, was wir verpasst haben, was uns gescheitert ist, und das, woran wir uns noch immer reiben, bis wir uns mit ihnen aussöhnen.

Wir alle tragen ein inneres Gespür für unser Sein: Wer wir sind, wer wir waren, wer wir vielleicht noch sein könnten. Diese Empfindung wird genährt und gestärkt durch die Geschichten, die wir teilen. In ihnen wird unsere Identität greifbar, erkennbar und wird durch die Augen anderer bestätigt, hinterfragt oder gespiegelt. Identität entsteht im Dialog. Wir erzählen von dem, was uns bewegt, und das Gegenüber gibt uns Resonanz, verändert vielleicht unsere Sicht ein wenig.


Sie formen ein Bild unserer Identität, eingebettet in Zeit und Kultur, in das Jetzt oder in eine ferne Vergangenheit. Wenn wir zurückblicken, wenn wir tiefer blicken, berühren uns unsere Geschichten nicht nur, sie wandeln auch unsere Emotionen. Doch es braucht mehr als nüchterne Fakten, wie sie in einem Lebenslauf stehen – es braucht lebendige Erzählungen, die Herz und Seele bewegen. Und manchmal führt das Erinnern erst zum Loslassen.

Ich begleite Dich gerne auf diesem Weg mit den Werkzeugen der Biografiearbeit, den Weisheiten der Märchen und den Kräften des therapeutischen Schreibens.

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Herzlichst
Cemile Camci